kätts Chefkatze Felina verschnauft nach einer anstrengenden Spielrunde

Felina in einer Regenerationsphase – plattgespielt, aber glücklich!

Die Spielvorlieben einer Katze sind oft sehr individuell, daher lassen sich für das Spielen mit einer Katze keine Regeln aufstellen, denen man Punkt für Punkt folgen könnte.

Die nachfolgenden Tipps sollen Ihnen als Anregung für das Spiel mit Ihrer Katzen dienen, nicht als Gebrauchsanleitung. Sie treffen auf die meisten Katzen zu, doch möglicherweise nicht auf Ihre. Probieren Sie einfach aus, was bei Ihrer Katze „funktioniert“ und was nicht.

Das Wichtigste vorweg

Eine Katze, die in menschlicher Obhut lebt, braucht mehrmals täglich Gelegenheit zum Spielen! Für eine Wohnungskatze sind tägliche Spielstunden mit Ihrem Menschen unerlässlich und durch nichts zu ersetzen! Ein kätzischer Spielpartner wird sich kaum dazu bereiterklären, mehrmals am Tag „Beute“ zu spielen und sich ohne ernsthafte Gegenwehr verfolgen, fangen und mit Zähnen und Krallen traktieren zu lassen. Siehe auch: Was Wohnungskatzen wollen: spielen, spielen, spielen!

Kontrollieren Sie das Spielzeug Ihrer Katze vor jeder Spielrunde auf eventuelle Schäden und tauschen Sie defektes Spielzeug unverzüglich aus!

Behalten Sie Ihre Katze während des Spielens stets im Auge, um in kritischen Situationen sofort eingreifen zu können!

Das richtige Spielzeug

Bewegung:

Ein Katze reagiert am besten auf Spielzeug, das sich wie ein echtes Beutetier bewegt: von der Katze weg, an der Katze vorbei oder über die Katze hinweg. Kein gesundes Beutetier läuft einer Katze freiwillig entgegen.

Ganz besonders reizvoll wird es für die Katze, wenn sich das Spielzeug auf unberechenbare Art und Weise bewegt: mal schnell, mal langsam, mal abwartend, um dann im letzten Augenblick zu „entkommen“. Auch schnelle und unerwartete Richtungswechsel wie die eines Haken schlagenden Kaninchens erhöhen die Spannung.

Spätestens wenn Sie das Spielzeug außerdem noch von Deckung zu Deckung huschen lassen, indem Sie es hinter einem Möbel, hinter einem Kissen oder hinter einem kätts Rascheltunnel verschwinden und vorsichtig wieder hervorkommen lassen, hält es keine Katze mehr auf ihrem Ruheplatz.

Größe:

Neben der Bewegung ist auch die Größe des Spielzeugs wichtig für die Katze. Unterschiedliche Katzen haben ganz unterschiedliche Vorlieben. Manche jagen am liebsten Spielzeug in Insektengröße, andere bevorzugen Beute in Mausgröße und besonders kühne oder große Katzen lieben Objekte in Ratten- oder Kaninchengröße.

Sollte Ihre Katze am liebsten kleine Objekte jagen, achten Sie jedoch darauf, dass sie diese nicht verschluckt. Es gibt Katzen – insbesondere junge Tiere –, die alles verschlucken, was zwischen ihre Kiefer passt. Solchen Katzen sollte nur größeres Spielzeug angeboten werden, denn verschluckte Kleinteile können leicht zu Verletzungen und Vergiftungen bis hin zu einem tödlichen Darmverschluss führen.

Beschaffenheit und Textur:

Die natürliche Beute von Katzen ist überwiegend leicht, weich und von Fell oder Federn bedeckt. In ihrer griffigen Oberfläche kann die Katze hervorragend ihre Krallen versenken, so dass sie ihre Beute auch mit nur einer Pfote ergreifen kann.

Spielzeugbeute sollte daher möglichst ebenfalls leicht, weich und griffig sein, wobei man aus Gründen der Physik hin und wieder Kompromisse schließen muss, um das von seiner Katze bevorzugte Bewegungsmuster zu erzielen – ein weicher, griffiger Filzball springt nun einmal nicht so toll wie ein harter, glatter und federleichter Tischtennisball.

Element:

Schließlich ist auch das Element, in dem sich die Beute bewegt, entscheidend für die Katze. Mag Ihre Katze lieber Dinge, die sich am Boden bewegen, oder Spielzeug, das durch die Luft saust? Oder gehört sie gar zu den wenigen, die gerne im und mit Wasser spielen? Probieren Sie es aus!

Abwechslung:

Auch das beste Spielzeug wird früher oder später langweilig. Wechseln Sie das Spielzeug daher alle paar Tage aus. Und bewahren Sie es zwischen den Spielstunden an einem für die Katze unzugänglichen Ort auf. Dann bleibt es für sie länger interessant.

Die richtige Spielzeit

Dauer und Häufigkeit:

Eine Katze bevorzugt mehrere kurze Spieleinheiten am Tag gegenüber einer langen, so wie sie auch in freier Natur nach jeder gefangenen und verspeisten Maus eine Verschnauf- und Verdauungspause einlegen würde. Nehmen Sie sich daher mindestens dreimal am Tag je zehn bis fünfzehn Minuten Zeit, um mit Ihrer Katze zu spielen.

Zeitpunkt:

Katzen sind Gewohnheitstiere und lieben geregelte Tagesabläufe. Spielen Sie daher möglichst immer zu den gleichen Zeiten mit Ihrer Katze. Besonders günstige Spielzeiten sind die Morgen- und Abendstunden, denn dies sind die natürlichen Jagdzeiten der von Natur aus dämmerungsaktiven Katze.

Stimmung:

Eine Katze spielt nur, wenn sie in Spielstimmung ist. Wenn sie Hunger hat, direkt nach dem Fressen oder wenn sie müde ist, ist dies meist nicht der Fall. Am besten lassen Sie Ihre Katze den Zeitpunkt für Ihre gemeinsamen Spielstunden bestimmen.

Andernfalls kann es passieren, dass Sie sehr lange alleine mit dem Spielzeug Ihrer Katze spielen müssen, während diese Sie lediglich interessiert (oder gar amüsiert – wer weiß das schon?) von ihrem Ruheplatz aus beobachtet. Wenn Sie das Alleinspiel lange genug durchhalten, wird Ihre Katze allerdings früher oder später in das Spiel einfallen.

Was Katzen gar nicht mögen

Hektik:

Konzentrieren Sie sich ganz auf Ihre Katze, während Sie mit ihr spielen, und denken Sie nicht daran, was Sie danach noch alles zu tun haben. Ihre Katze merkt es, wenn Sie nicht bei der Sache sind. Sie werden sehen, dass die Spielpausen mit Ihrer Katze auch Ihnen neue Energie verleihen, wenn es Ihnen gelingt, alles andere dabei auszublenden. „Meditation mittels Katze“ sozusagen.

Lärm:

Sprechen Sie ruhig und leise mit Ihrer Katze, wenn Sie mit ihr spielen. Laute und schrille Kommandos, Händeklatschen und Ähnliches sind ihr zuwider.

Scheinangriffe:

Vermeiden Sie hektische Bewegungen auf die Katze zu oder auf die Katze hinunter und fuchteln Sie Ihrer Katze nicht direkt vor dem Gesicht herum, auch wenn es nur „zum Spaß“ ist. Katzen verstehen keinen Spaß!

Katzen können im Nahbereich nicht scharf sehen und deuten, ihrer biologischen Programmierung entsprechend, plötzliche und schnelle, nahe Bewegungen in Richtung ihres Körpers als feindliche Angriffe.

Reizüberflutung:

Bieten Sie Ihrer Katze nur einen (menschlichen) Spielpartner und ein Spielzeug zur Zeit an. Zu viele Reize auf einmal überfordern sie.

„Verlieren“:

Auch wenn Ihre Katze beim Spielen kein Ende findet, sollten Sie das Spiel nie unvermittelt abbrechen. Lassen Sie Ihre Katze das Spielzeug zum Abschluss fangen und „erlegen“. Wenn Sie das Spielzeug jetzt nicht mehr bewegen, verliert es schnell den Reiz für Ihre Katze und sie wird es loslassen. Nun können Sie das Spielzeug wegräumen und die Spielstunde beenden.

Muss Ihre Katze das Spiel ständig ohne „Jagderfolg“ beenden, wird sie dies auf Dauer frustrieren und ihre Spielbegeisterung stark mindern. Zum Vergleich: Dürften Fußballer sowohl beim Training als auch im Spiel keine Tore mehr schießen, würde ihnen die Lust am Fußballspielen ebenfalls bald vergehen.

Ein Trick für gestresste Dosenöffner

Damit das tägliche Spiel mit Ihrer Katze auch in Stresszeiten nicht zu kurz kommt, halten Sie sich an feste Spielzeiten und nutzen Sie die Spielstunden mit Ihrer Katze für eine kurze Verschnaufpause vom Alltag oder verbinden Sie sie mit etwas Angenehmen. Der Trick ist, die Spielstunden in ein festes Ritual einzubinden, um sich nicht jeden Tag aufs Neue Zeit für seine Katze freischaufeln zu müssen.

Unser Gehirn liebt Gewohnheiten, denn diese kosten es kaum Energie. Bewusste Überlegungen und Entscheidungen wie „Wann passt es mir heute am besten, mit meiner Katze zu spielen?“ erfordern vom Gehirn hingegen sehr viel Willenskraft und Energie. Daher fallen sie uns so schwer, gerade auch, wenn wir noch vieles andere zu erledigen haben. Praktischerweise lieben auch Katzen Gewohnheiten und feste Spielzeiten.

Nach dem Aufstehen kann man zum Beispiel wunderbar mit seiner Katze spielen, während man sich die erste Tasse Kaffee des Tages gönnt, abends kann man sich beim Spielen mit der Katze und einer Tasse Tee von den Anstrengungen des Tages erholen (dies funktioniert übrigens auch mit anderen Getränken). Oder man vereinbart mit seinem inneren Schweinehund, dass man bei jeder Spielstunde mit seiner Katze – und nur dann – ein Stück seiner Lieblingsschokolade essen darf. Egal, was Ihnen einfällt, Hauptsache, Ihre Katze kommt täglich zu ihren Spielstunden!